FAQ

1. Was ist Uropol® und wie wirkt es?

Uropol® ist eine sterile, 2 %-ige Natriumchondroitinsulfat-Lösung zur Regeneration der Glykosaminoglykan(GAG)-Schicht in der Harnblase. Chondroitinsulfat ist Bestandteil der körpereigenen GAG-Schicht, deren Haupteigenschaft darin besteht, Wasser zu binden. Auf diese Weise entsteht bei einer intakten GAG-Schicht ein dünner Wasserfilm zwischen Harn und Urothel. Ist die Barrierefunktion der GAG-Schicht durch Schäden beeinträchtigt, können sich Bakterien, Karzinogene, Mikrokristalle und Ionen an die Blasenwand anheften und Reizungen und Schmerzen verursachen. Studien haben gezeigt, dass sich Chondroitinsulfat selektiv an das defekte Blasenurothelium anhaftet und die Permeabilitätsbarriere komplett wieder herstellt (Hauser PJ et al, J-Urol 182:2477-2482;2009).

2. Welche Erkrankungen werden mit Uropol® behandelt?

Uropol® wird zur Regeneration der Glykosaminoglykan (GAG)-Schicht in der Blase eingesetzt. Da Defekte in der GAG-Schicht als potentielle Ursache einer ganzen Reihe von Erkrankungen gelten, kommt Uropol® bei verschiedenen Indikationen zum Einsatz, so etwa bei Chemocystitis, Strahlencystitis, Interstitieller Cystitis / Painful Bladder Syndrome, anderen chronischen Cystitisformen und der Überaktiven Blase.

3. Welche alternativen Wirkstoffe gibt es in der GAG-Ersatztherapie?

Die körpereigene GAG-Schicht kann mit natürlichen oder synthetischen GAG-Komponenten regeneriert werden, um so das Eindringen und Anhaften schädlicher Substanzen zu verhindern. Bislang kommen folgende Wirkstoffe zum Einsatz:

  • Heparin
  • Hyaluronsäure
  • Pentosanpolysulfat
  • Chondroitinsulfat


Nur für Chondroitinsulfat ist eine selektive Wirkung an defekten Stellen der GAG-Schicht in Studien nachgewiesen worden. Der Einsatz von Chondroitinsulfat ist frei von immunologischen oder biologischen Nebenwirkungen und zur intravesikalen Anwendung zur Regeneration der GAG-Schicht zugelassen.

4. Welche wissenschaftlichen Untersuchungen gibt es zu Uropol®?

Eine Studie von J. Curtis Nickel (BJUI 103, 56-60, 2008) belegt statistisch signifikant die Wirksamkeit von Uropol® bei allen primären und sekundären Endpunkten. So lag die Responderrate nach 10 Wochen bei 47,2 Prozent, nach 24 Wochen bereits bei 60,4 Prozent. Bei Symptomstärke, Einschränkungsgrad, Miktionsfrequenz, Dranggefühl und Schmerzen war ein deutlicher Abfall zu beobachten. Ärzte, die bereits Uropol® einsetzen, berichten immer wieder, dass betroffene Patienten schon nach zwei bis drei Instillationen erste positive Reaktionen zeigen, indem sie die instillierte Menge zum Teil deutlich länger als erforderlich in der Blase belassen können.

Untersuchungen an Rattenblasen (Paul J. Hauser, David A. Buethe, J Urol 162, 2477-2481, 2009) haben zudem gezeigt, dass eine Sättigung des defekten Urothels mit Chondroitinsulfat erst bei einem Verhältnis von ca. 1,5 mg/cm2 erreicht wird. Bei einem IC-Patienten mit einer Blasenkapazität von ca. 350 ml entspricht das einem Wirkstoffgehalt von ca. 400 mg. Weniger Wirksubstanz, so die Studie, führt nicht zu einer Sättigung der Harnblase.

Studien, die die Wirksamkeit von 0,2%-igem Chondroitinsulfat mit 2%-igem Chondroitinsulfat vergleichen, liegen nicht vor.

PubMed

5. Warum ist Uropol® teurer als andere GAG-Ersatzstoffe?

Uropol® ist nicht teurer. Ganz im Gegenteil. Vergleicht man die jeweils enthaltene Wirkstoffmenge, ist Uropol® klar das im Preis- Leistungsverhältnis attraktivste Produkt: bei fünf- bis zehnfacher Konzentration an natürlichem GAG-Ersatz kostet es nicht mehr als Wettbewerbsprodukte. Der Vorteil des natürlichen GAG-Ersatzes Chondroitinsulfat – wie bei Uropol® – liegt außerdem darin, dass dem Körper keine Fremdstoffe zugeführt werden. Damit lässt sich auch erklären, dass bei der Anwendung bislang keine unerwünschten Nebenwirkungen aufgetreten sind.

6. Uropol® ist ein verschreibungspflichtiges Medizinprodukt, das von der Krankenkasse nicht erstattet wird. Warum nicht?

Die Erstattungsfähigkeit wird grundsätzlich angestrebt, allerdings fordert der Gesetzgeber dazu ausführliche wissenschaftliche Daten zur Wirksamkeit. Als Partner internationaler und nationaler Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften und Selbsthilfeeinrichtungen (medac ist unter anderem Fördermitglied der Deutschen Kontinenzgesellschaft sowie des ICA-Deutschland e.V. Förderverein Interstitielle Cystitis) unterstützt medac auch die Generierung und Veröffentlichung aktueller Studien im Bereich der GAG-Ersatztherapie. In Zusammenarbeit mit Ärzten, Betroffenen und Patientenorganisationen setzt sich das Unternehmen außerdem für eine optimale Therapie möglichst vieler Patienten ein.

7. Wie wird Uropol® verabreicht?

Durch Einbringung (Instillation) in die Blase über einen Katheter.

8. Wie und wie lange wird Uropol® angewendet?

Uropol® sollte über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen 1 mal wöchentlich über einen Katheter in die Blase eingebracht werden. Danach ist eine monatliche Anwendung angezeigt, bis die Symptome abklingen. Für die meisten Patienten sind sechs wöchentliche 20-ml-Anwendungen günstig. Danach kann Uropol® – abhängig vom Krankheitsverlauf des Patienten – in monatlichem Rhythmus angewandt werden.

9. Verursacht die Gabe von Uropol® Schmerzen?

Nein. Manche Patienten empfinden das Einlegen des Katheters kurzzeitig als unangenehm oder reagieren empfindlich auf das Gleitmittel, das das Einführen des Katheters erleichtern soll. Ärzte, die Uropol® verwenden, sind dazu angehalten, die Lösung auf Körpertemperatur zu erwärmen. Nach Entfernen von Restharn werden
20 ml Uropol® (entspricht etwa dem Inhalt eines Schnapsglases) in die Blase instilliert. Für optimale Ergebnisse sollte Uropol® so lange wie möglich – mindestens 30 Minuten – in der Blase gehalten werden.

10. Gibt es unerwünschte Nebenwirkungen?

Bislang sind keine bekannt.

11. Gibt es Gegenanzeigen für eine Anwendung von Uropol®?

Bei Überempfindlichkeit gegen die Lösung sollte Uropol® nicht angewendet werden.

12. Wo gibt es weiterführende Informationen und praktische Tipps für betroffene Patienten?

In der Rubrik „Hinweise für Betroffene und Angehörige“ haben wir zahlreiche Informationen mit praktischen Tipps zu Alltag, Beruf, Partnerschaft, Ernährung und Lebensführung für Sie zusammengestellt. Geeignete Ansprechpartner für weitere Fragen sind neben Ihrem Arzt oder Apotheker die bundesweit organisierten Selbsthilfegruppen wie etwa ICA-Deutschland e.V., der gemeinnützige Förderverein Interstitielle Cystitis.

ICA-Deutschland

13. Kann eine Dosis Uropol® auch für mehrere Behandlungen benutzt werden (z.B. durch Verdünnung)?

Uropol® enthält keine Konservierungsstoffe und keinerlei antimikrobielle Substanzen. Dementsprechend muss jeglicher ungenutzte Rest entsorgt werden.
Uropol® darf nicht verdünnt werden und angebrochene Fläschchen sind auf keinen Fall lagerfähig - auch nicht im Kühlschrank!
Bei angebrochenen Fläschchen würde immer die Gefahr der bakteriellen Kontamination bestehen und da Uropol® keine antimikrobiellen Substanzen enthält, könnten sich Bakterien in der Lösung vermehren. Eine erneute Instillation könnte dann zu schweren Komplikationen führen.